Degustation

Der interessierte Laie, der verschiedene Weine kennenlernen und vergleichen möchte, wird vielleicht bei einem Winzer oder auch bei sich zu Hause Wein verkosten wollen. Einige Regeln sind bei einer einigermaßen ernsthaften Degustation, die nicht nur dem geselligen Vergnügen dienen soll, grundsätzlich zu beachten. Führen Sie über Ihre Wahrnehmungen genau Buch, um hinterher besser Vergleiche ziehen zu können. Um sich nicht durch Äußerlichkeiten beeinflussen zu lassen, sollten Sie die Etiketten der Flaschen verdecken und dafür Nummern anbringen.

Die verwendeten Gläser müssen ganz sauber sein, damit ihnen kein Geschmack oder Geruch von anderen etwa in der Küche gelagerten Lebensmitteln oder von Spülmitteln anhaftet. So nimmt man ausschließlich die Weinaromen wahr.

Der erste Wein wird – mit der passenden Temperatur – eingeschenkt (etwa 5 cl) und zunächst optisch gegen das Licht geprüft. Farbe und Klarheit werden unter der Nummer des Weins protokolliert. Als nächstes kommt die Nase: lassen Sie den Duft des Weines auf sich wirken und beschreiben Sie ihn möglichst genau – womit lässt er sich vergleichen? Ist er angenehm? Schwenken Sie das Glas, damit Flüssigkeit verdunstet und der Duft intensiver wird.

Als nächstes nehmen Sie etwas Wein in den Mund und verteilen Sie ihn möglichst flächendeckend auf der Zunge, da diese für verschiedene Geschmacksempfindungen jeweils eigene Bereiche hat. Sorgen Sie durch solches „Kauen“ gleichzeitig für Sauerstoffanreicherung. Schmecken Sie möglichst viele verschiedene Aromen und beschreiben Sie sie genau. Nehmen Sie Unterschiede zur „Nase“ wahr?

Nun kann die erste Probe in ein für diesen Zweck bereitgestelltes Gefäß gespuckt werden, damit durch den Einfluss des Alkohols die Wahrnehmung nicht mehr als nötig getrübt wird. Jetzt prüfen Sie den „Abgang“, also den Geschmack, der im Mund zurückbleibt. Wichtig ist vor allem, wie lange er anhält (langer oder kurzer Abgang).

Anschließend trinken Sie am besten einen Schluck Mineralwasser und/oder essen Sie ein Stück Weißbrot, um den Geschmack des ersten Weins im Mund zu neutralisieren. Andere Speisen oder Getränke eignen sich wegen des stärkeren Geschmacks nicht. Greifen Sie danach auch zu einem neuen bzw. frisch gespülten Glas, in das die nächste Probe eingeschenkt wird. Mit diesem und allen weiteren Weinen wiederholen Sie exakt den selben Vorgang und machen sich wiederum für jeden genaue Notizen zu den vier verschiedenen Wahrnehmungsbereichen.

Wenn alle guten Tropfen so durchprobiert sind, können Sie die Etiketten enthüllen und den einen oder anderen auch problemlos trinken und diskutieren, das gehört besonders in geselliger Runde dazu.

Je klarer ein Wein, je leuchtender seine Farben, je schöner und vielfältiger seine Aromen und je länger der Abgang, desto besser ist er. Aber jeder wird seine Lieblingsweine auch nach seinen persönlichen Vorlieben auswählen.